Eltern aller Schulen ziehen an einem Strang

Wollen sich gemeinsam für das dreigliedrige Schulsystem in Stadtlohn stark machen (v.l.): Bürgermeister Helmut Könning und der Erste Beigeordnete Günter Wewers mit den Elternvertretern Hiltrud Averkamp, Markus Hörbelt (beide Herta-Lebenstein-Realschule), Peter Heming (Geschwister-Scholl-Gymnasium), Stefanie Wilde, Anita Lukas (beide Losbergschule) und Schulamtsleiter Klaus-Dieter Weßing; auf dem Foto fehlt Markus Lutum (St.-Anna-Realschule). FOTO: MLZ

STADTLOHN. Die Eltern der acht Stadtlohner Schulen wollen eine Stadtelternpflegschaft gründen. Eine Sorge eint sie jetzt schon: die negativen Folgen einer Gesamtschule in Vreden für das dreigliedrige Schulsystem in Stadtlohn.
Von Stefan Grothues
Am Dienstagabend haben die Vertreter der Schulpflegschaften der weiterführenden Schulen dem Bürgermeister ein Schreiben überreicht. Darin äußern sie ihre Bedenken zur möglichen Umwandlung der Vredener Sekundärschule in eine Gesamtschule. Dieser Schritt, so fürchten die Stadtlohner Eltern, würde zu Lasten der bestehenden Schulen in Stadtlohn gehen. Sie fürchten, dass künftig mehr Kinder aus Südlohn, Oeding und auch aus Stadtlohn zur Gesamtschule nach Vreden wechseln könnten. „Das dreigliedrige Schulsystem in Stadtlohn wäre dann in seinem Bestand gefährdet", heißt es in dem Schreiben an Bürgermeister Helmut Könning. Die Eltern beantragen, dass sich der Rat mit diesem Thema befassen und eine ablehnende Stellungnahme an die Bezirksregierung Münster abgeben solle. Hiltrud Averkamp von der Schulpflegschaft der Herta-Lebenstein-Realschule betonte: „Das dreigliedrige Schulsystem hat sich in Stadtlohn bewährt. Die Durchlässigkeit wird super gepflegt, die individuelle Förderung ist gelebte Praxis und die Zusammenarbeit aller Schulen ist ausgezeichnet."
Bei Bürgermeister Helmut Könning rannten die Elternvertreter mit ihrem Anliegen offene Türen ein: „Ich freue mich sehr, dass Sie sich für das dreigliedrige Schulsystem stark machen." Könning betonte, dass in dieser Frage im Rat Konsens zwischen allen Fraktionen bestünde. Auch alle Stadtlohner Schulleiter seien vom bestehenden System voll überzeugt. Und der für das Schulwesen zuständige Erste Beigeordnete Günter Wewers erklärte: „Ich bin ein echter Fan des dreigliedrigen Schulsystems." Die Entscheidung über die Gesamtschule in der Nachbarstadt wird in den nächsten zwei Monaten fallen. Die Einflussmöglichkeiten der Stadtlohner in dieser Frage sind eher gering.
Mehr Austausch für Eltern
Unabhängig davon sehen die Eltern in der Gründung einer Stadtelternpflegschaft, die am 15. Januar erfolgen wird, viele Vorteile. Hiltrud Averkamp: „Die Idee ist gleichzeitig in mehreren Schulpflegschaften gereift." Die Stadtelternpflegschaft, so hoffen die Eltern, könne einen beratenden Sitz im Schul- und Bildungsausschuss der Stadt erhalten. Außerdem verbessere das gemeinsame Forum den Informations- und Erfahrungsaustausch der Eltern aller Stadtlohner Schulen untereinander sowie in überörtlichen Gremien auch auf Kreis- und Landesebene.

aus der Münsterland Zeitung vom 19. Oktober 2017

© 2017 Herta-Lebenstein-Realschule - Burgstr. 38-42 - 48703 Stadtlohn