Schüler entdecken die Berufswelt

Schüler lernen Berufe beim Berufsparcours
in der Stadthalle Stadtlohn kennen. Fotos: MLZ

STADTLOHN. Elise Elskamp kommt gespannt in die Stadthalle zum Berufsparcours, mit der Erwartung neue Berufe kennenzulernen. Was sie später machen möchte, steht noch nicht fest, es soll aber in die soziale Richtung gehen, da ist sie sich sicher.

Mit ihren drei Freundinnen, Lotte Weber, Sophia Plate und Lynn Mümken steht Elise inmitten von rund 250 Schülern. Sie besuchen die Herta-Lebenstein-Realschule, die St.-Anna-Realschule oder die Losbergschule. Im Vorraum der Stadthalle hört man lautes Geschnatter der Schüler, während in der Halle noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht.
Als Karin Ressel vom Technikzentrum Minden-Lübbecke mit der Einweisung fertig ist, stürmen die Schüler die 30 Stationen des Berufsparcours. 21 Firmen präsentierten ihr Unternehmen und die Berufe, die dort ausgebildet werden.

Selbst Noten vergeben
Elise und ihre Freundinnen haben sich zuerst für den Stand vom DM-Markt entschieden. Dort dürfen sie sich selbst ein Handpeeling zusammenstellen. Elise mischt drei Löffel Zucker mit zwei Löffeln Sonnenblumenöl und einem Löffel Honig. Und nachdem alles ordentlich verrührt ist, wandert das fertige Peeling in eine Tüte. Auf ihrem Laufzettel gibt Elise die Note gut, um sich eine Merkhilfe für später zu machen.
Insgesamt nehmen am Mittwochmorgen rund 470 Schüler der drei Schulen am Berufsparcours teil, den die Herta-Lebenstein-Realschule ausgerichtet hat. Ihr Leiter Stefan Wichmann zeigt sich beeindruckt von der Begeisterung der Schüler und von der Einsatzbereitschaft der Unternehmen. "Dass sich so viele Firmen um die Schüler kümmern, das macht eine gute Region aus."

Vorurteile abgebaut
Die vier Schülerinnen aus der 8d der Herta-Lebenstein-Realschule suchen sich die nächste Station aus. Die Wahl fällt auf den Stand der Sparkasse, hauptsächlich weil Lynn in den kaufmännischen Bereich möchte. Der Auszubildende Marius Schmeink erklärt, worauf es im Beruf des Bankkaufmanns ankommt. "Es ist ein Vorurteil, dass wir den ganzen Tag nur Geld zählen und gut in Mathematik sein müssen. Viel mehr geht es bei uns darum, Kunden vernünftig zu beraten." Für die Schüler haben die Mitarbeiter der Sparkasse ein Rollenspiel vorbereitet. Elise darf sich ein zweiminütiges Video anschauen und danach als Beraterin der Kundin Lotte erklären, wie die neue Sparkassenapp funktioniert. Wie vielseitig der Beruf des Bankkaufmannes ist, verdeutlicht Marius Schmeink, als er erzählt, dass er auch schon die Geschenke für die Kinder beim Weltspartag aussuchen durfte.
Einer der verantwortlichen Lehrer für den Berufsparcours der achten und neunten Klasse ist Andreas Walde. "Es ist uns wichtig, dass wir den Schülern den Weg zum richtigen Beruf mit an die Hand geben. So, dass am besten kein Wechsel der Ausbildung nötig ist."

Verständnis geweckt
Am Stand der Stiftung Maria-Hilf haben die Schüler die Möglichkeit, sich durch ein Alterssimulationsanzug in die Lage von alten Menschen zu versetzen. "Das ist voll krass! Wenn man das ausprobiert hat, kann man die alten Menschen viel besser verstehen, wenn man in einer Schlange mal wieder auf sie warten muss", sagt Elise, nachdem sie den Anzug wieder ausgezogen hat.
Der abwechslungsreiche Tag hat ihr eine Menge gebracht. Ihr Berufswunsch ist von der sozialen Seite nun doch in Richtung des Bankgewerbes gewechselt, wo sie jetzt gerne auch ein Praktikum machen möchte. Auch ihre Freundinnen wollen sich für diesen Beruf entscheiden.

aus der Münsterland Zeitung vom 13. Juli 2017

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