Zeitzeugin erzählt von ihrer Kindheit in der NS-Zeit

Johanna Reiss schilderte beeindruckend Kindheitserinnerungen, die sie
in ihrem Buch zusammengefasst hat. FOTO HLR

STADTLOHN. Erinnern, gedenken, gestalten. Diese Leitgedanken sind fest verankert im Schulprogramm der Herta-Lebenstein-Realschule. Kaum besser und eindringlicher kann man dieses erfahren als beim Zuhören einer Zeitzeugin. Johanna Reiss (85) verarbeitete ihre Kindheitserinnerungen in dem Buch „Und im Fenster der Himmel", das Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen lesen.
Im Gespräch versetzte die Autorin die Jugendlichen in die Zeit ihrer eigenen Kindheit zurück. Eine Zeit, in der sie sich als jüdisches Kind vor den Nazis verstecken musste, eine Zeit, die in ihrem winzigen Zimmer so unendlich lang wurde, eine Zeit in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Eine Zeit, die sich so sehr von denen der gespannt lauschenden Jugendlichen unterscheidet. Und gerade deswegen ist das Erinnern so wichtig.
Das kleine Mädchen, das die Siebtklässler als Hauptfigur dieses Buches kennengelernt haben, nun als sehr lebendige ältere Dame vor sich zu sehen, lässt die Geschichte noch viel intensiver aufleben.
Und so klingt die Aufforderung zum Ende des Vortrags auch nicht wie etwas Vergangenes, sondern etwas, was auch heute - oder gerade wieder heute - für alle gelten sollte: „Egal, was euch widerfährt - tragt keinen Hass in euren Herzen."

aus der Münsterland Zeitung vom 24. Juni 2017

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