Roboter jagt Olympia-Gold

Letzte Tests vor der Roboter-Olympiade: Max Brömmelstrote,
Elias Heyart und Fynn Föcking (von links). Fotos: MLZ

STADTLOHN Der Roboter folgt surrend der vorgegebenen Spur, hält präzise dort, wo er halten soll. Doch dann greift er ins Leere. Der Konstrukteur runzelt die Stirn. Und die beiden Programmierer stecken murmelnd die Köpfe zusammen. Elias (12), Max (14) und Fynn (12) müssen noch an ihrem Projekt feilen. Das Trio gehört zu den 21 Teams aus der Region, die am Samstag, 20. Mai, bei der "World Robot Olympiad" an der Herta-Lebenstein Realschule an den Start gehen.
Der internationale Roboterwettbewerb will Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Und das ist auch erklärtes Ziel der Herta-Lebenstein-Realschule - im Schulalltag und ganz besonders am kommenden Samstag. Dann lädt die Herta-Lebenstein-Realschule alle Interessierten zum Tag der Robotik und der naturwissenschaftlich-technischen Phänomene ein - ein Tag für Entdecker, Mitmacher und für Zuschauer.
Die Roboterolympiade findet bereits zum fünften Mal in Stadtlohn statt. Wie Max, Elias und Fynn haben auch die anderen Teams bereits im Februar die Aufgabe erhalten: Der Roboter muss einen bestimmten Parcours abfahren, Farben erkennen, Legoschadstoffe durch Legobäume ersetzen...
Lichtsensoren und Greifarm
Elias hat für diese Herausforderung den Roboter mit Lichtsensoren und Greifarm konstruiert, Max und Fynn haben am PC ein Programm geschrieben. Dafür hat die Zeit in der freiwilligen Roboter AG nicht ausgereicht. "Wir haben uns auch an Wochenenden und in den Ferien getroffen", erzählt Max. Kein Problem, es hat ja Spaß gemacht. Die drei Jungen sind schon olympiaerfahren.
Doch die Herausforderung bleibt groß: Die Teams müssen ihren Roboter am Wettbewerbstag neu zusammenbauen. Und es wartet dann noch eine Überraschungsaufgabe auf die Teilnehmer. Die Sieger können sich für das Deutschlandfinale im Juni in Schweinfurt qualifizieren. Dort winken dann Startberechtigungen zum diesjährigen Weltfinale Costa Rica.
Olympischer Gedanke
"Wir wollen aber nicht den Wettbewerbsgedanken in den Vordergrund stellen", sagt Lehrer Dietmar Kemper. "Der olympische Gedanke, Spaß, Party und Musik gehören auch dazu."
Denn das ist das Konzept der Schule in den jahrgangsübergreifenden Roboter-AGs: Freude soll der Antrieb sein. Und die jüngeren Schüler sollen von den älteren lernen.
Technische Berufe fördern
Um die Teilnahme der Herta-Lebenstein-Teams an den Wettbewerben sowie die Durchführung des eigenen Regionalwettbewerbs zu ermöglichen, unterstützen die VR-Bildungsinitiative der VR-Bank Westmünsterland (2500 Euro) sowie die Firma Waesta (1000 Euro) die Schule. "Die beiden Sponsoren sind seit nunmehr fast 13 Jahren ein fester Partner unserer Initiative", freut sich Schulleiter Stefan Wichmann.
Ludger Hillmann (VR-Bank) und Ewald Damer (Waesta-Geschäftsführer) haben sich in dieser Woche in der Schule einen Eindruck von den Vorbereitungen verschafft und zeigten sich tief beeindruckt. Ludger Hillmann: "Wir helfen gern, denn die Region muss funktionieren. Und dazu gehören in besonderem Maß auch naturwissenschaftlich-technische Berufe. Hier wird bei den Kindern und Jugendlichen das Interesse dafür geweckt." Bei Elias, Fynn und Max scheint es funktioniert zu haben. Ihre Berufswünsche: Technischer Zeichner, Programmier und Softwareentwickler.
Wettbewerb und Rahmenprogramm
Der WRO-Wettbewerb ist öffentlich, Zuschauer sind am kommenden Samstag in der Herta-Lebenstein-Realschule, Burgstraße 38-42, willkommen, der Eintritt ist frei. Besonders spannend ist es ab etwa 12 Uhr, wenn die Roboter auf den Wettbewerbsparcours auf Punktejagd gehen. Von 9 bis 18 Uhr gibt es auch ein naturwissenschaftliches und technisches Rahmenprogramm mit CAD-Workshops, betreuten Versuchen an den über 30 Stationen der schuleigenen Miniphänomenta, naturwissenschaftlich-technische Workshops der Uni Twente.
Zwei Wissenschaftstrucks sind besondere Highlights: Im Forschungstruck der Uni Groningen werden zum Beispiel Solarzellen gebaut. Im Biotechnikum des Bundesforschungsministeriums wird Biotechnologie praxisnah und experimentell präsentiert. Darüber hinaus ist auch das Energieberatungsmobil der Energieagentur NRW vor Ort. Kaffee, Kuchen, Frischgetränke und Musik vom Plattenteller runden das Programm ab.

Ewald Damer (Waesta), Ludger Hillmann (VR-Bank) und
Lehrer Dietmar Kemper (von links) verfolgen den Roboter in Aktion.

aus der Münsterland Zeitung vom 17. Mai 2017

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