Walter Lebenstein

Walter Lebenstein wurde am 20. Januar 1915 in Stadtlohn geboren. Er war das zweite Kind von Daniel und Olga Lebenstein, die später auch noch die beiden Töchter Erika und mit mehrjährigem Abstand Herta bekamen.
Während der Vater als Viehhändler arbeitete und der ältere Bruder Ernst im Kaufmännischen tätig wurde, erlernte Walter in Stadtlohn von 1929 bis 1933 beim Klempnermeister Jacob Landsheer das Klempner- und Installations-Handwerk, wie seine bis heute erhaltenen Lehrzeugnisse belegen. Seinen Sinn für das Praktische bewies er sein Leben lang.
Walter gelang - obwohl er der jüngere der beiden Lebenstein-Söhne war - schon früher die Auswanderung als seinem Bruder: Am 20. April 1934 - da war er gerade 19 Jahre alt - meldete er sich in seinem Heimatort Stadtlohn ab und nannte dabei als künftigen Wohnort Tel Aviv. 1944 wurde er in Palästina eingebürgert. Er gehörte zu den Pionieren des Siedlungsbaus; dabei kam ihm seine solide handwerkliche Ausbildung sehr entgegen.
Beiden Lebenstein-Söhnen gelang es also, sich den judenfeindlichen Maßnahmen des NS-Staates zu entziehen. Nach der Erinnerung einer Stadtlohner Nachbarstochter wollten die übrigen Familienmitglieder Lebenstein den Söhnen ebenfalls in die Emigration folgen. Das ist auch den Briefen aus Stadtlohn zu entnehmen, die in der Familie bis heute aufbewahrt werden. Die Auswanderung der Eltern und ihrer Töchter Erika und Herta aber scheiterte an den staatlichen Schikanen. Sie wurden schließlich deportiert und kamen in Riga, Auschwitz und Stutthof ums Leben.
Walter Lebenstein heiratete in Israel seine aus Frankfurt am Main stammende Frau Martha; sie bekamen eine Tochter, vier Enkel und mehrere Urenkel. Walter Lebenstein starb am 8. Februar 2001.

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