Lebendige Nachbarschaft: Praktikum nebenan

STADTLOHN. Statt Unterricht: ein ganzer Vormittag in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Das hat in Stadtlohn schon lange Tradition. Sechs Schülerinnen aus der Herta-Lebenstein-Realschule waren es diesmal, die zum Nachbarn an der Burgstraße zu Besuch kamen.Der Praktikumstag begann mit einem informativen Rundgang durch die Werkstatt von Haus Hall mit Abteilungsleiter Johannes Ebbing. Viele Beschäftigte unterbrachen kurz ihre Arbeit und begrüßten spontan die Gäste mit einem Hallo oder mit einem Händedruck. Anschließend verteilten sich die Schülerinnen auf verschiedene Ar-beitsgruppen, wo sie den Vormittag verbrachten und den Werkstattalltag erleben konnten. Auch das Mittagessen gehörte dazu. Zwei weitere Schülergruppen, ebenfalls aus der Klassenstufe 10, folgten wenige Tage später.

Erfahrungen geschildert

„Am Anfang war es eine sehr ungewohnte Situation, doch wir haben uns schnell eingelebt", berichtet Lea Bertelmann. „Für uns war es schön zu erleben, wie sehr sich die Beschäftigten bemüht haben, Kontakt mit uns aufzunehmen", beschreibt Vanessa Wehling ihre Erfahrungen. Der Motor dieser guten Nachbarschaft ist Harald Robers, zweiter Konrektor an der Herta-Lebenstein-Realschule. Seit vielen Jahren engagiert er sich für die Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. „Die Verbindung zwischen unserer Schule und der Werkstatt von Haus Hall ist richtig prima", sagt er.

Dazu zählt er auch die „Gegenbesuche" der Beschäftigten in der Realschule. Auch er führt die Gäste durch die Räume seines Hauses. Anschließend geht es mit Unterrichtsbesuchen weiter. Ob Musik, Chemie oder andere Fächer: Immer geht es darum, etwas gemeinsam zu tun und erleben. Dass die Sitzordnung gemischt ist, gehört genauso dazu wie das gemeinsame Frühstücken.

"Hat Spaß gemacht"

„Dieser Tag hat uns gezeigt, dass alle Menschen trotz ihrer Schwächen und ihres unterschiedlichen Aussehens gleich zu behandeln sind", meint Hanna Tüker. Corinna Rietforts Resumee: „Es hat Spaß gemacht, solche Erfahrungen sammeln zu dürfen."

Solche Teile werden hier auch montiert: Abteilungsleiter Johannes Ebbing stellt den Schülerinnen die Werkstatt für Menschen mit Behinderung vor. (Foto: prf)

aus der Münsterland-Zeitung vom 10. März 2012

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